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Kritiken

Russische Wehmut und Heiterkeit auf höchstem Niveau

Kammerensembles müssen sich erheblichen Nerausforderungen stellen. Mit wenigen Instrumenten orchestralen Klang nachzuempfinden, ohne die Intimität des kleinen Klangkörpers zu stören, erfordert gutes musikalisches Einfühlungsvermögen und gute Technik.

Mit großer künstlerischer Überzeugungskraft hat das Kammerensemble "Wladimir" mit Svetlana Besotosnyi (Violine), Igor Besotosnyj (Balalaika) und Dimitri Zakarov (Bajan) dieses Können am 20.Nov.2003 in der evangelischen St. Nikolaikirche in Kirchhorst unter Beweis gestellt.

Sie wurden durch den Bassisten Vladimir Krioutchkov ergänzt, dessen tragfähige Basstimme eindrucksvolle Klangschwerpunkte setzte.

Nahezu bruchlos ist dem Ensemble demgemäß auch der Übergang von internationaler klassischer Musik zu russischen Komponisten des "ernsten" Genres und russischer Volksmusik gelungen.

Werke unter anderem von Bach, Vivaldi, Schubert, Mussorgsky, Tschaikowsky und Tschesnokow fügten sich harmonisch aneinander. Den Abschluss bildeten albekannte Melodien, wie "Kalinka" oder "Schwarze Augen".

Dabei wirkte die gekonnte instrumentale Besetzung von Violine, Balalaika und Bajan so erstaunlich, wie fast selbstverständlich.

Das Publikum dankte dem Ensemble mit herzlichem Applaus. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Name des Ensembles weiter etabliert und die Besucherzahlen dieses im nächsten Jahr widerspiegeln werden.

(Quelle: Angelika Küper, Allgemeiner Anzeiger,Isernhagen 15.12.2003)

Wunderbares Konzert

Weihnachten ist ja durch Kommerzialisier-ung und Ammerikanisierung bei weitem nicht mehr das, was es eigentlich sein sollte. Umso erfreulicher, dass es Veranstaltungen gibt - und auch noch genügend Leute, denen noch Besinnlichkeit und das Miteinander am Herzen liegt - die sich dem ursprünglichen Sinn verpflichtet fühlen. Den Beweis dafür erbrachte das Kammerorchester Wladimir in der bis auf den letzten Platz gefüllten Dorfkirche zu Seeligenstadt. Obwohl die Künstler aus dem östlichen Kulturkreis stammen, haben sie - je nach Art des gebotenen Stückes - den einen oder anderen zu Tränen gerührt oder zu fröhlichen Mitsingen bzw. Takt schlagen animiert. Und das ohne viel Worte, wie das bei manchen Schreihals im Fernsehen üblich ist, einfach nur durch Temerament, die Gesten und Tänze des Bassisten Prof. Wladimir Krioutchkow. An diesem Abend hat sich wohl auch wieder das

Gefühl entwickelt, mit dem wir groß geworden sind, das aber seit 13 Jahren allmählich durch zunehmenden Egoismus verdrängt wurde. - das Gefühl des Zusammengehörens. Es war wunderbar, wieder einmal die vertrauten Weisen (Die Abendglocken, Kalinka...) zu hören. Was in Seeligenstadt geboten wurde, hob sich jedenfalls wohltuend von dem ab, was seit 13 Jahren über den großen Teich zu uns herübergeschwappt ist. Möge es dem russischen Künstlern noch lange vergönnt sein, diese Kultur am Leben zu erhalten; denn sie ist wertvoller als all das Getingel und Getöse, dem wir täglich ausgesetzt sind. Noch eine Episode, die zeigt, dass die russischen Künstler noch nicht abgehoben haben. Kurz vorm Eingang der Kirche kam uns der Professor Krioutchkow entgegen. Bevor mir bewusst wurde, wer er war, sein Bild war in der SZ, begrüßte er uns, als ob wir alte Bekannte seien.

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